Der Artikel ist echt gut geworden – und beschreibt uns außerdem sehr gut und sehr liebevoll
Deshalb gebe ich ihn hier wieder – damit auch andere ihre Freude dran haben können
“Beständigkeit”; für Sissy Sonnleitner und ihr Landhaus Kellerwand in Kötschach-Mauthen ein großes Kompliment. Nach 30 Jahren in der ersten Reihe denkt die 55-jährige langsam über einen Generationswechsel nach …
Haubenköchin, Aushängeschild, Vorbild und Powerfrau – ihr Ruf eilt meilenweit voraus. Mit dem Namen Sonnleitner lässt es sich nicht einmal eine Woche in Ruhe in Gurk fasten. “Man will Rezepte wissen, erzählt, wann man schon in der Kellerwand gegessen hat, sucht Tipps”, erklärt Sissy Sonnleitner, dass sie ihren Beruf nie zu Hause lassen kann. Nun ist ihr Beruf aber Berufung, und dann muss man so etwas eben aushalten, ergänzt sie sofort und lacht. Und wieder muss sie lachen: “Der Kochlöffel ist sicher das Letzte, was ich abgeben werde”, sagt die 55-jährige, die seit einiger Zeit mit ihrer Tochter Stefanie hintern Herd steht – und über eine Kommandoübergabe in der Küche nachdenkt. Stefanie ist die älteste ihrer vier Töchter.
In Sissy Sonnleitners Fußstapfen die Balance zu halten ist nicht leicht, das weiß sie selbst. Aber Stefanie bringt schon einmal einen großen Startvorteil mit in den Betrieb: Sie ist eine Frau. Und wie hat Gourmetpapst Christoph Wagner einmal gesagt: “Männer kochen, um zu imponieren – Frauen, um zu beglücken.” Den Satz würde die Kärntner Topköchin jederzeit unterschreiben. Unterstützt wird ihr Standing auch von der Geschichte des Landhauses Kellerwand: “Wir waren schon immer eine richtige Weiberwirtschaft”, sagt Sonnleitner und zeigt auf das Bild ihrer Urgroßmutter Othilie, das über die gedeckten Tische im Restaurant wacht. Dreißig Jahre sind es, in denen Sonnleitner den kulinarischen Ton angibt. Stets an ihrer Seite: ihr Mann Kurt. Neben der klassischen Musik ist er die Kraftquelle für die quirlige Powerfrau. In kulinarischen Dingen hat er ihr aber stets den Platz in der ersten Reihe überlasssen. “Kurt ist ein richtiger Reißbrettkoch”, sagt Sonnleitner. Soll heißen: Er berät sie beim Entwurf der Speisekarte, überlässt seiner Frau aber das Kommando. Ganz nach ihrem Geschmack: “Ich glaube, wenn Frauen regelmäßig für die Familie kochen und man gemeinsam isst, entgleiten Kinder nicht zu sehr.”
Frauen, die sich davon auf den Schlips getreten fühlen, gibt Sonnleitner gerne eines auf den Weg: “Zwischen Mann und Frau geht es um Würdegleichheit, nicht um Funktionsgleichheit.” Sie selbst will ihren weiblichen Part nie aufgeben, betont sie. Und gerade weil Tochter Stefanie bald das Kommando im Betrieb übernehmen wird, bleibt die “Weiberwirtschaft” eine “Weiberwirtschaft”.
Bin echt total begeistert – muss ich gestehen!
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Ja, SEHR gut geschrieben!! Schmissig, könnt man fast sagen. Direkt spannend zu lesen, auch wenn die Geschichte schon kennt…
Und schööööönne Bilder überall…!!
Danke schön! mir gefällt auch beides sehr, sehr gut – auf den neuen blog sind wir ausßerdem total stolz
Ah, endlich hab ich den Artikel wieder gefunden. Mir gefällt überhaupt der Satz: “Wenn Frauen regelmässig für ihre Familie kochen und man gemeinsam isst, entgleiten Kinder nicht zu sehr.”
Interessante Formulierung aber trifft den Nagel auf den Kopf!
klingt zwar ein bisschen altbacken, stimmt aber sicher