Auf einer Anhöhe über Mauthen in Richtung Plöckenpass liegt die ca. 300 Jahre alte Wallfahrtskirche Maria Schnee.
Über ihre Entstehung gibt es mehrere Geschichten – unter anderem die folgende:
Vor Jahren ging ein Besitzer auf der Plöcken nach Italien und machte gelegentlich eines großen Viehmarktes in Paluzza gute Geschäfte. Da es bereits zu dämmern begann, beschloß er, mit seiner Gattin die Nacht hier zu verbringen. Nachdem es bereits spät geworden war und der Mann sich trotz dringender Bitten seiner Frau nicht bewegen ließ, zur Ruhe zu gehen, trat sie allein den Weg nach dem Gasthause an. Als sie eben die Stiege erklommen hatte und auf ihr Zimmer eilte, vernahm sie aus einem anstoßenden Räume das Jammern eines Kindes. Die gute Frau trat in das Zimmer ein, aus dem sie das Weinen hörte, das kleine Geschöpf zu beruhigen. Noch hatte sie das Zimmer nicht verlassen, als ein Reiter vor dem Fenster auftauchte und ihr einen gespickten Geldbeutel mit den Worten „da hast’s” hineinwarf. Zu ihrem Erstaunen erkannte die Plöcknerin die Geldkatze als die ihres Mannes. Der Fremde, der diese dem Plöckner während seines Aufenthaltes im Gasthause gestohlen hatte und der Vater des Kindes war, hielt offenbar die Frau, welche das Kind pflegte, für seine Gemahlin. Froh über den glücklichen Zufall, durch den das Geld in die richtigen Hände kam, eilte sie gleich auf ihr Zimmer, wo inzwischen auch ihr Gatte eingetroffen war, nachdem er bereits das Geld vermißt und gelobt hatte, der Gottesmutter eine Kapelle zu erbauen, falls er wieder zu seinem Gelde käme. Wie schön legte es nun der Zufall in seine Hände. Gleich nach seiner Ankunft in der Heimat schritt er an die Lösung des Gelöbnisses, indem er auf dem Maria-Schnee-Berge, wie er heute genannt wird, eine Kapelle bauen ließ. Im Laufe der Zeit ist sie durch wiederholte Erweiterungen eine ansehnliche Kirche geworden.
(Quelle: Georg Graber, Sagen aus Kärnten, Graz 1941.
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Harald Hartmann, Februar 2006.)
Klingt ein wenig sehr mondän und wenig romantisch, ich weiß. Ich hab geglaubt auch mal was von drei Kindern, denen die Mutter Gottes erschienen wäre gehört zu haben, aber das konnte ich momentan nicht verifizieren.
Zu erreichen ist die kleine Kirche entweder von Mauthen aus durch den Wald. Dieser Weg wird von gemauerten Kreuzwegstationen gesäumt, die ebenfalls eine Besichtigung wert sind. Außerdem ist das ein sehr schöner und wenig anstrengender
Spaziergang. Wer sich’s noch einfacher machen will, kann mit dem Auto etwas die Plöckenstraße hoch fahren. Etwas unterhalb der Abzweigung zum Lamprechtbauer – dort wo der Wanderweg auf die Mauthner Alm von der Bundesstraße abgeht – kann man parken und über einen Waldweg bergab zur Kirche marschieren. (Man kann also auch, auf dem Weg auf die Mauthner Alm an der Maria-Schnee-Kirche vorbeigehen.)
Besonders berühmt ist sie für ihr Mariengnadenbild mit der Rokokoumrahmung und das 1844 entstandene Deckengemälde. Dieses Bild wird übrigens 1x im Jahr – also nach dem Winter – in einer Prozession hinauf und nach dem Sommer in einer Prozession wieder von der Wallfahrtskirche in die Hauptkirche in Mauthen getragen. Außerdem feiern wir – ebenfalls mit einer Prozession
– im August das Maria-Schnee-Fest. Keine schlechte Show, was?
Bei diesen Gelegenheiten kann man die Kirche also auf jeden Fall besichtigen, außerdem im Sommer beim allwöchentlichen Maria-Schnee-Gottesdienst am Samstag. Ansonsten muß man sich einen Schlüssel besorgen – einfach mal bei meiner Mum anfragen, die kann das vermutlich möglich machen – ist ja nicht umsonst im Pfarrgemeinderat
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