Ich glaube, darauf können wir uns ja – von einigen Ausnahmen abgesehen – mittlerweile einigen. Wenn man die Wahl hat, sollte man heimische Lebensmittel vorziehen. Aber wie definiert man diesen Begriff denn nun eigentlich genau, was genau sind den “heimische Lebensmittel”? Ist das wirklich von politischen Grenzen abhängig?
Meine Eltern haben – aus der Geschichte unserer Region heraus – schon vor geraumer Zeit für sich entschieden, dass eben diese Region nicht an der Grenze zu Italien endet. Das Gebiet der Carnia – zu dem auch Kötschach-Mauthen gehört – ist seit Jahrhunderten ein grenzüberschreitender Kulturraum. Wir waren früher sogar Teil des Patriarchats Aquileia, also mehr nach Süden als nach Norden orientiert.
Zu Zeiten der Römer, als die mit dem Ausbau eines Fernwegenetzes begannen, führte einer dieser Wege auch von Aquileia – mehr oder weniger über den Plöckenpass – nach Aguntum in der Nähe von Lienz. Seit Jahrhunderten wandern Menschen – und Waren natürlich – vom italienischen in den Oberkärntner Raum und darüber hinaus. Über diese und ähnliche Wege wurden Waren von der Adria bis an die Nordsee transportiert.
Außerdem sind wir mit dem Auto schneller in Udine als in Klagenfurt.
Was ich damit sagen will, ist folgendes – die eigene Region hört nicht an der Staatsgrenze auf, heimische Lebensmittel sind nicht nur Lebensmittel, die aus Österreich kommen. Regionale Nahrungsmittel können – wie in unserem Fall – auch aus dem angrenzenden “Ausland” kommen, wenn zB die Transportwege aus Italien kürzer oder unkomplizierter sind als aus Österreich.
Warum mir das so wichtig ist? Weil es mich nervt, dass ich jeden Monat mindestens einmal gefragt werde, wie zB Oliven zu den “Karnischen Kostproben” passen, da sie ja nicht im Gailtal wachsen würden.
Sie passen deshalb dazu, weil zur Carnia nicht nur das Gailtal gehört, sonders sie eine grenzüberschreitende Region ist, in der der Austausch von unterschiedlichsten Produkten immer schon eine große Rolle gespielt hat. Darum nehmen wir uns auch die Freiheit unseren italienischen Wurzeln und Inspirationen Ausdruck zu verleihen. In der Region Carnia vereinen sich Kärnten und Italien (mit der Handelsstadt Venedig) seit Jahrhunderten und wir “destillieren” daraus unsere Alpen-Adria-Küche.
(Übrigens: Der Nachname eines unserer Vorfahren war Caulerio. Er handelte mit Koniferenöl, und kam vom Gardasee nach Mauthen – damals wohl aufgrund des Holzbestandes – und ist geblieben. Wir haben also auch tatsächlich italienische Vorfahren
)
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Ich liebe Carnia – es gibt so viele tolle Produkte. Auf dieser und jener Seite der Grenze. Karnische Kostproben sind einfach das größte für mich!